Trauma Informed Yoga und Selbstverteidigung

“Fight or flight can be a great tool when you’re in danger because it amps you up to battle through or sprint from trouble, but it’s no way to live”

David Goggins

Heutzutage leben zu viele Kinder und Erwachsene in einem konstanten ‚fight oder flight’ Zustand. In psychologischen Terminologie sagt man: ‚das sympathisches Nervensystem ist hyperaroused’. Dieser Zustand wird durch Traumas, wie Flucht wegen Krieg oder Naturkatastrophen, Missbrauch, Mobbing, Unfälle, und so weiter, verursacht. Jemand der sich kontinuierlich unsicher und verletzlich fühlt, tut sich schwer sich zu entspannen und damit zu heilen.

Atemübungen helfen das parasympathische Nervensystem zu aktivieren und damit Stress zu reduzieren

Unterstütztung des Heilungsprozesses durch Trauma sensitive Ansätze

Trauma sensitive Ansätze, zum Beispiel in Form von Yoga und Selbstverteidigung, unterstützt den Heilungsprozess. ‘Trauma informed care’ ist in den USA und Australien bekannt, aber steckt in Europe noch in den Kinderschuhen. In den USA gibt es mittlerweile ‚trauma informed schools’, ‚trauma informed yoga’ für Polizei, Feuerwehr und in Australien vor allem für Flüchtlinge.

Yoga Backbends öffnen den Körper und bringen damit Körper und Geist näher zusammen.

Warum sind Yoga und Selbstverteidigung besonders effektive Methoden?

Durch verschiedene Forschungen von Trauma-Experten, wie Bessel von der Kolk (The Body keeps Score 2005) und Peter Levine (In an Unspoken voice: How the body releases Trauma and restores Goodness 2010), wissen wir mittlerweile, dass bei traumatisierten Personen Körper und Seele in gewissen Maßen und Bereichen von einander abgeschnitten sind. Trauma ist holistisch im dem Sinne, dass es sowohl den Körper als auch die Seele betrifft. Das bedeutet, dass wir manchmal nicht zum Kern des Traumas durchdringen können wenn wir nur, zum Beispiel, mit ein TherapeutIn reden. Unsere ‚rationales Hirn’ hat häufig kein Zugang zum dem Teil des Hirns, in dem das Trauma verankert ist. Bewegung, auf der anderen Seite, hat diesen Zugang oft.

Partneryoga erweitert das 'Window of Tolerance' und bildet Vertrauen zu anderen Menschen.

Yoga und Selbstverteidigung als Bewegungstherapie

Deswegen implementieren viele Therapeuten und Psychologen Bewegungstherapien wie Tanzen, Yoga und auch Selbstverteidigung, zum Unterstützung der generellen Therapie. Bewegungstherapien helfen dabei, Körper und Geist Schritt für Schritt wieder naher zusammen zu bringen und die Verbindung wieder herzustellen. Wenn dies geschieht, ist man in eine bessere Lage zu heilen. Zudem hat man Möglichkeiten sich selbst weiter zu helfen, wenn ein Therapeut/Psycholog nicht anwesend ist/sein kann, denn, heilen von Trauma ist niemals ein linearer Prozess. 

Shavasana ist eine der besten Yoga-Übungen um das parasympathische Nervensystem zu aktivieren.

Yoga und Selbstverteidigung sind sehr effektive und sichere Methoden, da man sich in einer sicheren Umgebung körperlich und in Folge auch geistig entspannen und auspowern kann. Dadurch kann man auch das ‚window of Tolerance’ erweitern. Durch bestimmte Atmungs-, Bewegungs- und Haltungsübungen wird das parasympathische Nervensystem aktiviert und man kommt aus diesem ‚fight oder flight’ Zustand heraus. Speziell bei der Selbstverteidigung lernt man durch ‚Exposure Therapy’ widerstandsfähiger und selbst-sicherer zu sein. Schritt für Schritt geht der/die TeilnehmerIn durch in Szene gesetzte stressigere Situationen und lernt besser damit umzugehen.

The Yoga Impact Charity und Team Laurien & Alex

Team Laurien & Alex arbeitet mit der The Yoga Impact Charity unter Yogalehrerin und Psychologin Danielle Begg zusammen. Danielle war Laurien’s erste Yogalehrerin und hatte den meisten Einfluss. In 2015 gründete Danielle ein non-profit Organisation, The Yoga Impact Charity. Diese Organisation bietet Weltweit wissenschaftlich fundierte trauma-informierte Yoga-Kurse für Flüchtlingen (Kinder und Erwachsene), Polizei, Feuerwehr und Streitkräfte an und arbeitet mit anderen gemeinnützigen Organisationen, Schulen und Behörden zusammen. In Jahr 2018 boten wir 417 Kurse für 3000 Personen an 16 Standorten an.

Der NSW-Service for the Treatment and Rehabilitation of Torture and Trauma Survivors  (STARTTS) hat unser Yoga-Programm für Flüchtlinge evaluiert und konnte feststellen, dass die Teilnahme an Yoga-Kursen zur Reduktion von PTBS-Symptomen und Depressionen führte. Teilnehmer berichteten auch von einer Verminderung traumabedingter Angstgefühle sowie von besserem Schlaf, einem gestärkten Zugehörigkeitsgefühl und reduziertem körperlichem Schmerz. Die Evaluationsergebnisse wurden im vergangenen Jahr auf der North American Refugee Health Conference und der Australia and New Zealand Refugee Trauma Conference in Sydney vorgestellt.

Zertifizierung durch The Yoga Impact Charity

Alle (Kinder-)Yogalehrer, die bei The Yoga Impact Charity arbeiten, wie Alex & Laurien auch, sind mindestens in 200h Yoga zertifiziert und haben eine zusätzliche Ausbildung bei The Yoga Impact Charity absolviert, um ihre fachliche Kompetenz im Umgang mit traumatisierten Yoga-Schülern zu vertiefen und den trauma-informierten Unterricht angemessen und effektiv zu gestalten.